Gründungsversammlung

Die Zukunft der Claus-Harms-Kapelle, deren Schließung vom Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Wesselburen, zu der auch Reinsbüttel gehört, bereits beschlossen war, hatte große Unruhe ins Dorf gebracht – eine Unruhe, die auch in der zum Teil leidenschaftlich geführten Diskussion während der Gründungsversammlung deutlich wurde.

Der Hauptvorwurf, den die Reinsbüttler – unter ihnen Günter Rambach und Helmut Hecht, der 1963 selbst an der Verwirklichung der Kapelle in der Gemeinde mitgewirkt hatte – an den Kirchenvorstand richteten, war mangelnde Bereitschaft zu offenen Gesprächen. „Ohne uns zu informieren, wurde im vergangenen November das Wasser abgestellt und mit dem Ausbau der sanitären Einrichtungen begonnen“, kritisierte Bürgermeister Peter Natius: „Es sind bei den Krisengesprächen sehr, sehr harte Worte gefallen, der Kirchenvorstand muss viel Vertrauensarbeit leisten, damit wir uns innerhalb der Kirchengemeinde Wesselburen wieder wohl fühlen.“

Die Position des Kirchenvorstandes verteidigte Gunnar Sundebro und Carl-Dietrich Spilcke-Liss. „Der damalige Beschluss wurde nicht aus Leichtfertigkeit getroffen, sonderen aus akuter finanzieller Not“, so Sundebro. „Viele Entscheidungsprozesse im Vorfeld von Beschlüssen müssen vertraulich behandelt werden, da allzu oft zwischenmenschliche Verletzungen vorkommen“, berichtet Spilcke-Liss aus seiner langjährigen Erfahrung als früheres Mitglied des Kirchenvorstandes.

Nachdem sich die Reinsbüttler an den Kirchenkreis – der zunächst der Schließung zugestimmt hatte – gewandt hatten, übernahm dieser eine vermittelnde Rolle. Hierzu kommt, dass der Kirchengemeinde Wesselburen unerwartete Finanzmittel einen gewissen Spielraum gewährten, worauf sich der Kirchenvorstand mehrheitlich schließlich für den Erhalt der Kapelle ausgesprochen hatte.

Ergebnis der nachfolgenden Verhandlung war, dass zukünftig die Kirchengemeinde Wesselburen die Hälfte der auf 3400 Euro veranschlagten Unterhaltungskosten tragen wird, während die übrigen 1700 Euro von einem Förderverein aufzubringen sind.
Nach der Aussprache einigten sich beide Seiten darauf, an einem besseren und offeneren Miteinander zu arbeiten.