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Boßelverein "SÜDBUND"

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Frunsboßeln

Wattenboßeln, immer ein großer Spaß!




Frauenboßeln

Als Geburtstag der Damensparte geht der 16.11.2005 als ein echter Meilenstein in die Geschichte des Boßelvereins ein.

Im Haus von Dirk und Susanne Rathje wurde die Gründung bei einer Vorstandsversammlung beschlossen. Dazu wurde etwas nüchtern und sachlich protokolliert: Die Frauen-Sparte wurde gegründet, um den ehrgeizigen Damen Anerkennung zu zollen, eine gewisse Eigenständigkeit zu geben, sie zu motivieren und aus versiche-rungstechnischen Gründen.“

Aber wieso brauchte es fast 100 Jahre, bis der Südbund die Frauen ernsthaft in das Vereinsleben einband ?

Frauen und Boßeln – und das gilt nicht nur für Reinsbüttel, sondern für den gesamten Boßelsport in Schleswig-Holstein –, das war lange Zeit ein sensibles Thema, bzw. für die Herren der Schöpfung gar kein Thema. Das Boßeln war über Jahrzehnte reine Männersache. Nur bei Boßelveranstaltungen, wo der Spaß und die Geselligkeit im Vordergrund standen, durften Frauen mitmachen. Im Jahre 1975 gründeten Frauen in Eiderstedt die ersten selbständigen „Fruunsboßelvereine“. Unter den männlichen Boßlern war die Akzeptanz gegenüber dem Frauenboßeln jedoch weiterhin gering.

Der Versuch der Frauen, in den Boßelverband der Männer aufgenommen zu werden, wurde mit der Begründung abgeschmettert, dass die Leistungsunter-schiede zu groß seien und die Veranstaltungen zu umfangreich werden. Erst später hatten die Frauen mit ihrem Anliegen Erfolg.

Bei Deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften nehmen Frauen und Männer seit vielen Jahren in gemeinsamen Verbandsmannschaften teil. Die Wettkämpfe auf Unterverbands- und Landesebene finden aber auch heute noch zum großen Teil getrennt statt.

Seit wann die Frauen in Reinsbüttel beim Preisboßeln mitwerfen, kann nicht genau gesagt werden. Im Protokollbuch des Südbundes gibt es aber Hinweise darauf, dass die Frauen zumindest ab den 70er Jahren hier und da mal Thema waren.

So schrieb Schriftführer Dieter Rathje zum Jugendboßeln am 22.5.1971 den folgenden wunderschönen Satz ins Protokollbuch: „Auch einige Mädchen nahmen teil, sie werden später bestimmt Verständnis für den Sport der Männer unserer Heimat aufbringen.“

Über die Jahreshauptversammlung am 26.11.1971 steht geschrieben: „Der 10-jährige Wiedergründungstag soll mit einem Freundschaftsboßeln gegen die Feuerwehr und einem gemeinsamen Essen gefeiert werden. Boßelbruder Uwe Lass bat, die Frauen an dieser Feier teilnehmen zu lassen.“

Über die Jahreshauptversammlung am 18.12.1984 wird sogar erwähnt, dass vier Damen anwesend waren.

Das erste Mal wurde 1987 die beste Frau beim Preisboßeln im Protokollbuch erwähnt. Renate Glaw gewann damals mit 100m. In den 1990er Jahren domi-nierte Carina Bastian (geb. von Hadel) das Frauenboßeln in Reinsbüttel. Carina wirft inzwischen für den Boßelverein Norddeich und das immer noch sehr erfolg-reich. Im April diesen Jahres wurde sie bei der Sportlerehrung der Stadt Wesselburen für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Der entscheidende Impuls für die Gründung unserer Frauensparte kam aus dem Nachbarverein Wa-Fri-Oe. Jürgen Möller aus Oesterdeichstrich war es, der den Vorschlag machte, dass beim alljährlichen Sommer- und Winterpokalboßeln auch Frauenmannschaften beider Vereine gegeneinander antreten könnten.

Von da an ging’s Schlag auf Schlag. Die Frauen übten fleißig für den bevor-stehenden Vergleich in Oesterdeichstrich am 13.2.2005, wo es um den sog. Winterpokal ging. Das Üben wurde belohnt, denn eine 6er-Mannschaft unserer Damen gewann mit 374m ohne Fehlwurf. Die Gegnerinnen hatten 327m und 2 Fehlwürfe. Bei diesem historischen Sieg warfen für Reinsbüttel: Karin Seidler (73m), Heinke Hennings (60m), Lena Westerweck (82m), Birgit Rommel (47m), Martina Westerweck (43m) und Renate Glaw (69m).

Noch vor der Spartengründung wurde im September 2005 der erste Feldkampf bestritten. Folgende 12 Damen traten für den Südbund an: Lena Westerweck, Marie Rödiger, Inken Hansen, Susanne Rathje, Birgit Rommel (1. Durchgang), Karin Rathje (2. Durchgang), Martina Westerweck, Gönke Hennings, Bianca Kullak, Claudia Oppermann, Heinke Hennings, Renate Glaw. Betreuer waren Sabine Petersen, Maike Petersen, Reimer Rathje, Lars Beckmann und Dirk Rathje. Die Niederlage mit 2 Schott und 6m war zwar deutlich, hielt sich aber für eine Premiere beachtenswert in Grenzen.

Bei der Jahreshauptversammlung des Südbundes am 24.11.2005 wurde dann der Vereinsvorstand um zwei Damenleiterinnen erweitert. Sabine Petersen wurde zur 1. und Renate Glaw zur 2. Damenleiterin gewählt.

Renate Glaw wurde im November 2010 durch Nicole Petsch abgelöst.

Mittlerweile sind die Frauen zu einigen Feldkämpfen und vielen Pokalkämpfen auf dem Stand  angetreten.

Sehr schwer ist es, Gegnerinnen zu finden, die in etwa das gleiche Leistungsniveau haben. Meist sind die anderen Vereine überlegen, was nicht verwunderlich ist, da das Frauenboßeln in Reinsbüttel immer noch in den Kinderschuhen steckt.

Dennoch konnten einige Siege und Erfolge errungen werden und es war auch ein Feldkampfsieg dabei: Am 26.5.2007 wurden im dritten Aufeinandertreffen die Friedrichskögerinnen mit 10m bezwungen.

Bei der Vereinsmeisterschaft hat seit 2007 Marie Rödiger eindeutig das Sagen. Jedesmal knackte sie die 100-Meter-Marke, 2009 warf sie sogar 125,5m. Zurücklehnen darf sie sich aber nicht, denn die jungen Deerns Ariane Burmeister (Bestleistung 114,5m) und Marina Koch (105,5m) sind ihr auf den Fersen.

Es mag immer noch den einen oder anderen Unverbesserlichen geben, der meint „Fruunslüd un Boßeln, wat schall dat.“ Für den Südbund jedenfalls war die Gründung der Frauensparte ein echter Glücksfall. Dadurch wurde der Verein noch ein Stück vielfältiger und kreativer.

Eine "starke" Truppe

Text: I.Schiefelbein

(c) jeka reinsbüttel, stand: 11-2012

 
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