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Boßelverein "SÜDBUND"

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Feldkämpfe 2018

Feldkampf gegen den Nordbund Norddeich am 7. Januar 2018

Yeeeeeaaaaaah! Es ist vollbracht.

Der ganze Aufwand, der im Vorwege betrieben wurde, das Training, das Organisieren, aber auch das Motivieren, die Videoclips, die markigen Sprüche,

das Entgegenfiebern ….. - es war alles nicht umsonst. In einem fast epischen Feldkampf haben wir den Boßelverein Nordbund Norddeich mit 3 Schott und

10 Metern besiegt. Damit haben wir es nach 54 Jahren mal wieder geschafft, gegen den Nordbund eine Goldene Kugel zu gewinnen. Die Boßler selbst waren

fast alle an Bord und heiß wie Frittenfett, aber auch die Unterstützung aus dem Dorf war überwältigend! Gefühlt war das halbe Dorf mit in den Koog gefahren,

dazu noch einige Freunde und Bekannte. Das Fundament zum Goldgewinn hatten wir mit zwei Siegen in den letzten beiden Wintern gelegt. Die heiße Phase der

„Mission Gold 2018“ wurde dann Ende November durch unseren Bürgermeister Dirk Rathje höchstpersönlich eingeläutet. Mit einem kernigen Appell bei der

Jahreshauptversammlung des Südbundes hämmerte er allen diese historische Chance ins Gedächtnis. Im Dezember kamen dann die Macher des Boßelvereins so

richtig in Wallung und rührten die Werbetrommel. Telefone und die WhatsApp-Gruppe liefen heiß und es gelang, die Boßler zu mobilisieren und auch zum Üben

zu bewegen. Und am 7. Januar war alles angerichtet und kein Drehbuchautor der Welt hätte es besser schreiben können. Bei Frost, Sonnenschein und Windstille

herrschte Kaiserwetter und Männer, Frauen und Kinder kamen in Scharen. Auch beim Treffen bei Leesch nahm Dirk Rathje das Heft in die Hand und weckte mit seiner

Ansprache auch noch den Letzten aus dem Winterschlaf. In Wesselburenerkoog trafen wir dann auf ein stattliches Norddeicher Aufgebot von 23 Boßlern und

wir hätten sogar 27 Boßler einsetzen können. Vossi, Kuddel, Henning und Dirk steckten aber gerne zurück und bildeten unsere Reserve. Das Gefecht begann auf

Wunsch des Gegners mit jeweils vier Abwerfern. Für uns stiegen Thomas, Lukas, Tobias und Björn in den Ring und verließen ihn als klarer Punktsieger. Alle

vier zeigten keine Nerven und schleuderten die Kugel gerade und weit. Wir lagen fast ein Schott vorne, eine feine Grundlage für das was noch kommen sollte.

Unsere drei nächsten Würfe waren nicht optimal, aber der Nordbund leistete sich einen Bleier, so dass wir bei der Nr. 8 (Ralf) ein Schott in trockenen Tüchern hatten.

Unsere Betriebstemperatur stieg weiter, als bei der Nr. 14 das nächste Schott für uns fällig war. Hier traf es ausgerechnet unseren Debütanten Melvin, der sich weiter

auf seinen ersten Wurf für die Männer-Feldkampfmannschaft gedulden musste. Spätestens jetzt lief unsere Maschine wie geschmiert. Reihenweise wurde die Boßel

über die Fahne gepfeffert, wo um Bahnanweiser Tobias vom ersten bis zum letzten Wurf Lärm gemacht wurde. Als wir im zweiten Durchgang bei der Nr. 12 (Leif)

das dritte Schott gewannen, war der Drops gelutscht. Danach leisteten wir uns noch einen Bleier, den wir aber locker verkraften konnten. Unser Schlusswerfer

Thommy beendete den Kampf unter großem Gejubel. Dieser historische Sieg war wieder mal Produkt eines insgesamt starken Teams, aus dem keiner besonders

herausragt. Unser Senior ist übrigens Jürgen (Mitte Fuffzig und immer noch in Top-Verfassung), die Jüngsten sind Tom Lukas (14), Michel (14), und Melvin (15).

Neben dem Erfolg gibt es auch schöne Randgeschichten. So kam Melvin im zweiten Durchgang zu seinem Debüt, explodierte förmlich und zeigte einen Wurf

erster Kajüte. Tim war mal wieder aus dem Lüneburger Exil angereist und zeigte, dass er nix verlernt hat. Und dann wäre da noch Thomas, die größte Überraschung,

die wir den Norddeichern auftischten. Seinen letzten Feldkampf hatte der EM-Teilnehmer für uns im März 1995 gemacht. Danach war seine Boßlerkarriere wegen eines

Knieschadens beendet. Aber für dieses besondere Ereignis hat er sich nochmal giftig gedacht. Und mit Kniemanschette, zwei Metern Anlauf und Drehung sind

immer noch 50 Meter drin, sagenhaft! Und was gibt es schöneres, als mit seinem Sohn in einer Mannschaft zu werfen. Naja, und das was beim Fußball der zwölfte

Mann ist, waren bei uns die ganzen mitgereisten Schlachtenbummler. Erwähnt sei hier mal Oppi, der mit großer Reinsbüttel-Fahne anzeigte, wohin das Wurfgerät

zu fliegen hat. Für den Südbund boßelten in folgender Reihenfolge: Thomas Möller, Lukas Petsch, Tobias Gerbracht, Björn Hückstädt, Tjahlf Niebuhr,Lennart

Kröger, Sven Gerbracht, Ralf Kullak, Tom Lukas Siegfried, Lars Beckmann, Arne Schmökel, Leif Burmeister, Jürgen Peters, Melvin Friedrichsen, Ingo Schiefelbein,

Michel Möller, Johann von Hadel, Riccardo Wegner, Tim Sagel, Bastian Lorenzen, Jonah Wohnrade, Jörn Hinz, Thommy Petersen.

Und nun zur dritten Halbzeit, denn so ein Ereignis muss ja auch gebührend gefeiert werden. Schon auf dem Feld wurden nach den Schlussreden von Arne und

Norddeichs Hanne Ohm einige Silvester-Raketen gezündet. Und dann kam der Clou. Dirk hatte den Musikzug Weddingstedt, unsere guten alten Bekannten vom

Spiel ohne Grenzen, engagiert und mit ihnen zog die ganze Korona vom Ponyhof Wieczorek aus unter großem Dschingarassabum durch Norddeich. Die Feuerwehren

Hellschen und Reinsbüttel sicherten den Umzug ab. Der Korso endete beim Vereinslokal der Norddeicher, dem Gasthof Block, wo sich beim letzten Stück des Musikzuges

noch eine Polonaise bildete. Weiter ging es dann zum Dorfhaus nach Reinsbüttel, wo der Tag ganz gesittet  seinen Ausklang fand.

Demnächst wird Hanne Ohm, der 1. Vorsitzende des Nordbundes Post von uns bekommen. Inhalt wird eine freundliche Einladung zu unserem Boßelfest sein, zu dem er uns

mit einer Abordnung eine Goldene Kugel überbringen darf. Das ist jetzt überhaupt nicht hämisch gemeint und hier soll nochmal die überragende Leistung der Norddeicher

in den vergangenen Jahrzehnten hervorgehoben werden. Hanne ist nun im 30sten Jahr Vorsitzender des Nordbundes. In dieser Zeit haben wir 23 von 28 Feldkämpfen gegen

die Norddeicher verloren und 7 (in Worten: sieben!) Goldene Kugeln in Norddeich abliefern müssen. Norddeich hat in dieser Zeit nicht eine einzige Goldene Kugel an

irgendeinen Verein abgeben müssen. Noch immer bildet der Nordbund das Rückgrat der Feldkampftruppe von Achtung Wesselburen und 23 Boßler bei einem Feldkampf stellen

zu können, ist ganz stark. Die Norddeicher haben sich als absolut fairer Verlierer gezeigt und haben uns den Spaß mit dem Umzug durch ihr Dorf nicht übel genommen.

Wir vom Boßelverein Südbund Reinsbüttel bedanken uns beim Musikzug Weddingstedt, bei den Feuerwehren Hellschen und Reinsbüttel und bei allen anderen für die tolle

Unterstützung.

PS: Die Mission Gold 2018 ist noch nicht beendet. Weiter geht es am 3.2. gegen Süderdeich-Wesselburen, am 11.2. gegen Nordermeldorf und am 18.2. gegen

Schülp-Wesselburenerkoog. Und auch gegen Süderdeich und Schülp winken uns im Falle eines Sieges Goldene Kugeln. Wollen doch mal sehen, welche Motivationspfeile

der Bürgermeister noch im Köcher hat ……

Und hier noch einige Eindrücke von dem denkwürdigen Tag, dem 07.01.2018


Feldkampf Südbund Reinsbüttel gegen Süderdeich-Wesselburen

am 3. Februar 2018 in Wesselburenerkoog

Das "Alte Haus" in Süderdeich ist berüchtigt. Dort wird Fußball geguckt und gefeiert. Und es entwickelt sich zur Kaderschmiede für den Boßelsport. Wer im alten Haus dabei ist,

erlebt eine tolle Gemeinschaft und wird anfällig für den Boßelvirus. Davon profitieren „Achtung“ Wesselburen und die Gruppe Süderdeich.

Wir sind auch eine selbstbewusste Mannschaft mit ausgeprägtem Wir-Gefühl.

Aber an diesem Tag hatte Süderdeich die Hosen an und wir verloren mit genau einem Schott.

Es ging um Gold für uns. Geschmissen wurde auf 17 Mann. Wir besetzten eine Nummer doppelt mit Lars und Michel und hatten noch Björn Ha. in Reserve. Abgeworfen wurde schon

am Vortag und am Vormittag und zu Beginn des Kampfes. Bei uns waren das Leif, Lukas, Melvin und Dirk. Aber als André Peterson für Süderdeich und Tjahlf für uns starteten,

war alles wieder auf Null. Beide warfen gut, und natürlich ging Süderdeich durch André deutlich in Führung, das war zu erwarten. Wir holten schnell auf, auch das erwartungsgemäß.

Aber so richtig zu packen bekamen wir unseren Gegner nicht. Süderdeich war gut, Süderdeich war heiß und an deren Fahne wurde es immer lauter. Zum Ende hin machte sich auf

unserer Seite das Fehlen einiger Stammkräfte bemerkbar und Süderdeich baute den Vorsprung bis zum Kugeltausch auf 22 Meter aus. So eine Situation hatten wir seit zwei Jahren

nicht auszustehen und nun schlichen sich durch den Druck bei uns auch Unsicherheiten ein. Süderdeich nutzte das gnadenlos und gewann das Schott bei der Nr. 7 (Tim). Das machte

die Männer aus dem Nachbardorf noch entschlossener und fast jeder Wurf saß perfekt. Wir ließen uns nicht hängen, kämpfen, eroberten die Führung und wollten zumindest das

Schott reinhaben. Das klappte auch fast, aber eben nur fast. Der überragende Jan Ole Remter legte als letzter Süderdeicher eine Mordsweite vor. Jörn legte für uns stark nach,

konnte aber nur egalisieren. Damit schaffte Süderdeich die gleiche Distanz mit einem Wurf weniger und gewann.

Die Süderdeicher, bei denen erfreulicherweise die beiden knieverletzten Jochen Brinckmann und Jan Ole Remter wieder an Bord waren, zeigten ihr wahres Gesicht und werden in

der Verfassung schwer zu knacken sein.

In seinen Schlussworten zeigte sich Sascha Lahrssen unheimlich stolz auf seine Mannschaft, die unsere Siegesserie brechen konnte und so den Verlust einer Goldenen Kugel

abwehren konnte.

Nach acht gewonnen Kämpfen in Folge, zuletzt verloren wir am 15.2.2015 gegen Nordermeldorf, hatten wir diesmal das Nachsehen. Aber gegen so einen starken Gegner ist das

keine Schande. Sehr positiv ist, dass wir trotz vieler Absagen 19 Boßler zur Stelle hatten.


Feldkampf BV Nordermeldorf gegen Südbund Reinsbüttel

am 11. Februar 2018 im Speicherkoog

Nach der Niederlage gegen Süderdeich brachten wir ein gelungenes Comeback zustande und gewannen bei den Nordermeldorfern deutlich mit 3 Schott und 18 Metern.

Die Gastgeber traten mit 16 Boßlern an, bei uns warfen Dirk und Björn Ha. auf einer Nummer und so passte das Ding. Bei ungemütlicher Witterung – es schneite und es wehte

eine steife Brise – schmissen wir erst gegen den Wind. Basti und Johann warfen gut ab und auch Tjahlf legte gut los, trotzdem lagen wir ein paar Meter Achtermann. Lenni brachte

uns erstmals in Front und bald wurde es ziemlich einseitig zu unseren Gunsten. Wir hatten einen Prachttag erwischt und trafen regelmäßig die hartgefrorene schmale Bahn in

Nähe der Stackreihe. Dementsprechend viele Trüllmeter machte unsere Kugel. Nordermeldorf kämpfte mit der Richtung und hatte oftmals das Pech, dass deren Boßel das harte

Geläuf knapp verfehlte. Im ersten Durchgang glänzten bei uns besonders Kalle, TL, Sven, Ricci und Jörn. Getragen vom Rückenwind und reichlich Euphorie begannen wir auch die

zweite Runde unheimlich stark. Belohnt wurde das Ganze bis hierhin mit 3 Schott (Arne, Tjahlf, Ingo). Bis zum Ende fabrizierten wir zwei Bleier, aber selbst die liefen sich bei

unserem Glück noch mit viel Trüll zurecht. Unsere Gegner ließen die Köpfe nie hängen und erkämpften sich bis kurz vor Schluss sogar einen kleinen Vorsprung. Aber vor allem

Leif rückte die Verhältnisse mit einem Sahnewurf wieder gerade. Es fällt schwer, bei dieser beeindruckenden Gesamtleistung jemanden hervorzuheben, aber genannt werden soll

hier mal unser Hauptfeldwebel Ricci mit zwei schönen Kalaschnikows.

So ein Sieg ist natürlich was Feines, aber sehr schön ist es auch, wenn man einen Neuen im Team begrüßen darf. Der 12jährige Haakon verstärkte erstmals unsere

Männermannschaft. Beim ersten Wurf gegen den harten Wind und das Schneetreiben tat er sich noch schwer, aber auf der Rücktour zeigte er mit einem tollen Wurf sein Können.

Schön, dass du dabei bist Haakon!


Feldkampf gegen Schülp-Wesselburenerkoog

am 18. Februar 2018 in Wesselburenerkoog

Gegen Schülp-Wesselburenerkoog kassierten wir eine deftige Klatsche. Mit 5 Schott und 6 Metern wurden wir deklassiert. Damit wurden unsere Hoffnungen auf eine

Goldene Kugel geradezu pulverisiert.

Trotz einiger Absagen konnten wir immerhin 21 Mann ins Feld führen. Die Gegner kamen nahezu in optimaler Besetzung und hätten sogar 24 Boßler stellen können. Dabei

waren mit den Kähler-Brüdern aus Büsum auch zwei Sportskanonen aus der Handballabteilung, die nach ein paarmal Üben schon 50 Meter und mehr schmeißen. Alles begann

mit vier Abwerfern auf jeder Seite und schon da sah man, dass der Trüll eine entscheidende Rolle spielen könnte. Schülp ging mit Vorteilen aus dem Abwerfen und es dauerte

gar nicht lange, bis uns der Zahn gezogen wurde. Da war nämlich an Nr. 6 Hannes Lahrsen für Schülp-Wesselburenerkoog, der etwas schaffte, was beim Boßeln selten passiert.

Er machte einen Sahnewurf mit viel Trüll, soweit so gut. Das Besondere ist, dass es zwei Reinsbüttler nicht schafften, die Distanz zu überwinden. Das heißt im Klartext: 2 Schott

für Schülp auf einen Streich und gleichzeitig eine dicke Hypothek für uns. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Wir erholten uns nicht von diesem Schlag, warfen relativ

schwach und trafen selten die harte Bahn. Die Schülper dagegen warfen wie aus einem Guss immer schön gerade und hatten im ersten Durchgang, als der Boden noch hart genug

war, viel Trüll. Das sorgte für zwei weitere Schott bei der Nr. 13 und Nr. 20. Nach dem Kugeltausch konnten wir besser mithalten und die Schülper begnügten sich mit dem fünften

Schott bei der Nr. 17.

Nach dem Kampf wurde noch eine gemeinsame Manöverkritik im Dorfhaus in Reinsbüttel abgehalten.

In diesem Winter ist der BV Schülp-Wesselburenerkoog das Maß der Dinge im Wesselburener Umland. Den deutlichen Siegen gegen Süderdeich-Wesselburen und Norddeich

ließen die Schülper diesen Kantersieg folgen. In drei Feldkämpfen holten die Schülper insgesamt 10 Schott.

Wird fortgesetzt!

Text Ingo & Kari Bischof-Schiefelbein

Fotos: Ingo Schiefelbein, verschiedene Quellen

(c) jeka reinsbüttel, stand: 02-2018